Grundregeln für gutes Community Management

Grundregeln für gutes Community Management

Ich bin ein großer Verfechter der These, dass Social Media nur durch einen echten Dialog wirklich „Social“ ist. Dafür braucht es ein gutes Community Management auf den jeweiligen Präsenzen. Doch was ist gutes Community Management? Meine Erfahrungen in den letzten 10 Jahren bringen mich hier auf ein paar essentielle Punkte, die ich in einem Artikel für den Berufsverband für Community und Social Media Manager zusammengefasst habe. Ihr könnt den Artikel an dieser Stelle nachlesen.
Wie sind Eure Erfahrungen zum Thema Community Management? Welche Priorität genießt dieses in Eurem Unternehmen?

Relevante KPI für das Social Media Management oder wie Dein Chef Dich endlich ernst nimmt

Relevante KPI für das Social Media Management oder wie Dein Chef Dich endlich ernst nimmt

Wer mich kennt weiß, dass ich mich seit Jahren für die Professionalisierung der Branche einsetze. Ein wichtiger Punkt an dieser Stelle ist die Akzeptanz der Berufsbilder des Social Media und des Community Managers innerhalb des Unternehmens. Wer nicht nur als „Der Facebook Klicker“ wahrgenommen werden will, muss seinen Beitrag zu den Unternehmenszielen nachweisen. Fans, Follower und Likes sind dafür schlichtweg die falschen KPI, bzw. um genau zu sein sind es gar keine KPI sondern Messwerte, aber dazu später.

Was ist überhaupt ein KPI?

Als Key Performance Indicator (KPI), zu Deutsch Leistungsindikator, gelten betriebswirtschaftliche Kennzahlen, anhand derer der Fortschritt oder der Erfüllungsgrad einer Zielvorgabe gemessen werden kann. Dabei ist eine Kennzahl eine Verhältniszahl, die zwei Messwerte miteinander in Beziehung setzt. Über KPIs können Prozesse im Unternehmen kontrolliert und bewertet werden, um diese gegebenenfalls anzupassen oder zu optimieren. Ein Messwert ist dabei ein Wert, der gezählt werden kann.

Warum sich Fans & Co hartnäckig als KPI halten und was man dagegen tun kann

Mit hohen Fanzahlen geht oftmals ein gewisser Prestige-Effekt einher, was es gegenüber weniger erfahrenen Vorgesetzten und Agenturkunden schwer macht, eben nicht an diesen gemessen zu werden. Das die eigene Seite mehr Fans als der Wettbewerb hat, zählt in diesem Kontext leider oft mehr, als strategische Ziele und Inhalte. Doch seien wir an dieser Stelle mal ganz ehrlich: Welche Aussagekraft hat ein Fan im Bezug auf ein Unternehmensziel? Gerade unter dem Aspekt, dass man sich Fans, Follower und Co problemlos einkaufen kann? Mittlerweile geht mein erster Blick bei einem Audit in die Fanstatistiken des Wettbewerbs – woher kommen die Fans? Finde ich dort „Unregelmäßigkeiten“ ist es oftmals wesentlich einfacher die Führungsriege davon zu überzeugen, dass die Fanzahl eben nicht so wichtig ist, wie es scheint. Ein zweites Argument an dieser Stelle ist, dass Fans, die über Gewinnspiele und Co „gewonnen“ wurden, langfristig negative Auswirkungen auf die Reichweite haben. Oder für Vorgesetzte ausgedrückt – es muss mehr Budget in Werbung investiert werden, als für eine organisch gewachsene, wirklich an dem Unternehmen/Produkt/Thema interessierte, Fangruppe.

Wie Ihr Fake Follower entdecken könnt

Um einen schnellen Einblick zu bekommen, wie sich die eigene Fangemeinde, oder die des Wettbewerbs, zusammen setzt, gibt es eine Reihe von Tools. Eine kleine Auswahl findet Ihr hier:

Es gibt ein paar Indizien für „unechte“ Fans, wie zum Beispiel viele Fans aus Ländern, die die Sprache der Seite nicht verstehen und auch sonst keinen Bezug zum Thema haben, sehr große Sprünge im Fanzuwachs, sehr hohe Fanzahl bei sehr geringer Aktivität oder einfach viele Fans mit keinem / dem gleichen Profilbild oder seltsamen Namen. Woher die Fans dabei kommen, ist dabei wiederum nicht immer im Einflussbereich der Seite, oder anders gesagt – selbst viele unechte Fans sind nicht zwingend ein Hinweis darauf, dass die Seitenbetreiber diese gekauft haben.

Ein zweiter Grund liegt meiner Meinung nach schlicht in mangelndem strategischen Einsatz der sozialen Netzwerke. Fans, Follower und Co als Messwerte einfach zu erfassen und zu vergleichen. Entsprechend niedrig ist aber auch der Aussagewert. Messwerte müssen immer in einen Kontext gebracht werden, um überhaupt eine strategische Aussagekraft zu haben. Wer gute KPI aufstellen möchte, muss Ziele für das Social Media Engagement haben. Gute Ziele in diesem Bereich zeichnen sich wiederum dadurch aus, dass Sie einen Beitrag zu den Unternehmenszielen leisten. Die erste Frage an dieser Stelle lautet also

„Wie kann das Social Media Engagement, in Anbetracht der verfügbaren Ressourcen und den Bedürfnissen der Zielgruppe, zu den Unternehmenszielen beitragen?“

Nur wer diese Frage strategisch beantworten kann, ist in der Lage wirklich relevante KPI abzuleiten.

Mögliche Auswirkungen einer Fixierung auf Likes & Co.

Natürlich ist es für Social Media und Community Manager wichtig, sich mit den eigenen Messwerten und Kennzahlen auseinander zu setzen. Welche Themen kommen besonders gut an? Was löst Interaktion aus? Wie ist die Stimmungslage innerhalb der Community? Aber hier muss immer der Blick für einen strategischen Bezug bleiben. Liegt der Fokus zu sehr auf Likes & Fanzahlen und nicht auf der Passgenauigkeit zur Strategie, sieht ein Blick in die Statistik nämlich so aus:

gewinnspiel

Screenshot: Fanpage Karma

Ich habe hier bewusst Wörter, die einen Rückschluss auf die Organisation, die hinter dieser Tagcloud steht unkenntlich gemacht, aber soviel – mit Fußball hat diese absolut nichts zu tun und Gewinnspiele sind ebenfalls nicht der Geschäftszweck. Leider ist das aber auch kein Einzelfall, selbst große Marken bespaßen Ihre Fans mit ähnlich generischen Inhalten, die keinerlei Bezug zum Produkt oder der Branche haben. Die Interaktions- und Reichweitenwerte sind hier sicher gut, die Frage ist, wie hier langfristig intern das entsprechende Budget verargumentiert werden kann.

Schrittweise vom Messwert zum relevanten KPI

Der erste Schritt ist hier, ein Verständnis dazu zu entwickeln, was KPI überhaupt sind. Ich erläutere dafür einmal kurz den Prozess vom Messwert über die Kennzahl zum KPI.

KPI

Messwerte
Messwerte für Social Media sind die am einfachsten zu bestimmenden Werte, denn sie können einfach abgezählt oder gelesen werden. Sie bilden die Grundlage für die Bestimmung von KPIs, sind aber allein wenig aussagekräftig. Beispiele für Messwerte sind Fans, Follower, Likes, Shares, Kommentare etc.

Kennzahlen – Messwerte in Relation
Werden Messwerte in ein Verhältnis oder eine Relation zu mindestens einem anderen Messwert gesetzt, entsteht eine Kennzahl. Dabei kann der zweite Messwert sowohl eine weitere Zahl über das eigene Unternehmen, als auch die eines oder mehrerer Wettbewerber sein. Beispiele sind: Relative Reichweite (Reichweite im Verhältnis zur Fanzahl), Relative organische Reichweite (Organische Reichweite in Relation zur Fanzahl, gerne als Vergleichswert zur Gesamtreichweite inkl. bezahlter Reichweite)

KPIs – Kennzahlen mit Zielen verknüpfen
Es gibt noch einen kleinen, feinen Unterschied zwischen Kennzahl und KPI. Ein KPI ist eine Leistungskennzahl und muss aus diesem Grund immer in Bezug zu einem Ziel stehen. Die passenden KPIs für Ihr Unternehmen hängen entsprechend von den Social-Media-Zielen ab. Beispiel: Die Messwerte „Anzahl der positiven Stimmen“ und „Anzahl der negativen Stimmen“ zu Kampagnenhashtag X, geben in Relation gesetzt Rückschluss auf die Stimmung bezüglich einer Kampagne.
Wie das Gesamtprocedere aussehen kann, zeige ich im nächsten Schritt.

Vom Unternehmensziel zum KPI

Um den Beitrag von Social Media an den Unternehmenszielen sichtbar zu machen, muss das Pferd von hinten aufgezäumt und aus den Unternehmenszielen die passenden KPIs abgeleitet werden. Die KPIs eines Unternehmens sind so individuell wie dessen Ziele. Aus diesem Grund müssen folgende Fragen für die Ableitung von Kennzahlen geklärt werden:

  • ?  Was bedeutet im Hinblick auf die eigenen Ziele »Erfolg«, und was muss entsprechend gemessen werden?
  • ?  Welche Messwerte stehen überhaupt zur Verfügung, um daraus Kennzahlen abzuleiten?
  • ?  Auf welchen Plattformen muss gemessen und welche unterschiedlichen Messwerte müssen beachtet werden?
  • ?  Welche Gewichtung werden interaktiven Elementen und den jeweiligen Plattformen zugeordnet? Ist ein Share mehr wert als ein Kommentar? Ist ein Kommentar im Blog mehr wert als einer auf Facebook?

Sind diese Fragen geklärt, geht es an die konkrete Ableitung. Sind die Social Media Zielen von den Unternehmenszielen abgeleitet, ist es meistens sinnvoll zu schauen, wie die zugehörigen KPI aussehen. Oft ist die hier angewandte Methode eine gute Inspiration.

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Modelle für die Ableitung von KPI

In den letzen Jahren wurden eine Reihe von Modellen entwickelt, die auf der Verknüpfung mit den Unternehmenszielen basieren. Hervorzuheben wären hier meiner Meinung nach

Da eine ausführliche Diskussion aller Modelle hier den Rahmen sprengen würde, habe ich die jeweiligen Modelle verlinkt.
Das imho beste und vollständigste Modell wurde jüngst von dem BVDW als „Leitfaden Erfolgsmessung in Social Media“ veröffentlicht. In dem Leitfaden wird dezidiert erklärt, wie Social Media Manager ausgehend von den drei größten Zielbereichen von Organisationen ( Kostensenkung, Umsatzsteigerung, Handlungsautonomie) Ziele für Ihr Social Media Engagement ableiten können.

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Quelle: BVDW

Besonders hilfreich für die Ableitung der eigenen Ziele finde ich dabei die Erfolgsmessungsmatrix, die für die drei größten Zielbereiche der Organisation, die Ziele der Strategie und der zugehörigen Maßnahmen, die darauf basierenden möglichen Kennzahlen, sowie die Erhebungsmethode darstellt. Einen Ausschnitt der Matrix ist in der folgenden Vorschau zu sehen, den kompletten Leitfaden und die Matrix könnt Ihr Euch hier beim BVDW runterladen.

Quelle: BVDW http://www.bvdw.org/presseserver/Publikationen/BVDW_Matrix_Social_Media_Erfolgsmessung.pdf

Quelle: BVDW

Mit dieser ausführlichen Hilfestellung gibt es meiner Meinung nach keine Ausrede mehr, um keine sinnvollen KPI für die Führungsebene zu entwickeln.

Praxisbeispiel

Zum Abschluss möchte ich den Prozess einem vereinfachten Praxisbeispielen zeigen.

Ausgangslage
Das strategische Ziel »Kundenzufriedenheit« soll auf einen KPI für Social Media heruntergebrochen werden. Betrachtet wird der mögliche Beitrag eines Social Media Kundenservices.Die aktuelle Tonalität gegenüber dem Unternehmen in den sozialen Netzwerken ist nicht gut. Eine Nullmessung auf Twitter hat ergeben, dass 30% negativen Nennungen, lediglich 5% positive Nennungen entgegen stehen. Im klassischen Kundenservice wird die Kundenzufriedenheit über einen Fragebogen erfasst, die nach dem Abschluss eines Falles verschickt wird. Darüber hinaus hat der klassische Kundenservice das Ziel alle nicht telefonischen Anfragen innerhalb von 48 Stunden zu beantworten.

Daraus kann der Kundenservice zwei Ziele ableiten:
1. Erhöhung der positiven Nennungen um 10% innerhalb von 3 Monaten.
2. Beantwortung von 90% der Kundenanfragen innerhalb von 2 Stunden im nächsten Quartal

Daraus leiten sich als KPI ab:
1. Anzahl der positiven Nennungen zum Zeitpunkt X + 3 Monate / Anzahl der positiven Nennungen zum Zeitpunkt X
2. Anzahl der Fragen, die innerhalb von 2 Stunden beantwortet wurden / Anzahl aller beantworteten Fragen

Natürlich ist dieses Beispiel sehr vereinfacht, aber das Prinzip sollte klar werden.

Fazit

Fan- und Likezahlen ohne Kontext haben keine Relevanz für die Ziele der Organisation, im Gegenteil eine alleinige Fixierung auf diese Messwerte führt zu generischen Inhalten, die wiederum eine langfristige Rechtfertigung des Social Media Engagements erschweren. Dagegen verschaffen zielgerichtete und relevante KPI einem Social Media Manager intern eine bessere Stellung, deswegen lohnt es sich Zeit und Aufwand in die Entwicklung von eben diesen zu investieren. Wer seinen Beitrag zum Unternehmenserfolg darstellen kann, hat im Bezug auf Budgetverteilung und Priorisierung einfach die besseren Argumente.

Dieser Artikel ist ein Beitrag zu der KPI-Blogparade des MonitoringMatchers, dort findet Ihr eine Reihe weiterer Artikel zum Thema.

Messenger Marketing, mein Artikel im Upload Magazin

Messenger Marketing, mein Artikel im Upload Magazin

Ich durfte für das Upload Magazin einen Leitartikel zum Thema: Messenger-Marketing: Was heute geht, was morgen kommt schreiben.

In dem Artikel gehe ich ausführlich auf die Fragen ein:

  • Für wen ist Messenger-Marketing wirklich sinnvoll?
  • Welche Möglichkeiten gibt es und was müssen Sie bei der Umsetzung bedenken?
  • Wie ist der Status Quo in Deutschland?
  • Welche Möglichkeiten bietet der chinesische Messenger WeChat bereits seit Langem für Unternehmen an und was können wir draus für die Entwicklung der westlichen Messenger ableiten.

Viel Spaß bei der Lektüre: Messenger-Marketing: Was heute geht, was morgen kommt

Lizenzfreie Grafiken und Bilder für das Social Web

Lizenzfreie Grafiken und Bilder für das Social Web

Eine der häufigsten Fragen, die mir immer wieder in Workshops gestellt wird ist – woher bekommen wir kostenfreie Bilder für unsere Präsenzen im Social Web? Meine Antwort an dieser Stelle ist immer – am besten selber machen (lassen), denn so ist man sowohl rechtlich, als auch im Hinblick auf die Einzigartigkeit des Bildes, auf der sicheren Seite. Da dies nicht immer möglich ist, ist der Rückgriff auf lizenzfreie Bilder ebenso eine gangbare Variante, denn mittlerweile gibt es eine Reihe von Plattformen, die Bilder auch für den gewerblichen Gebrauch lizenzfrei und ohne Namensnennung zur Verfügung stellen. Persönlich gebe ich den Fotografen trotzdem gerne „Credit“ indem ich Ihren Namen nenne und die Webseite verlinke, oder eine kleinen Beitrag spende, wenn es die Möglichkeit dafür gibt.

Haftungsausschluss: Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern wurde „nur“ nach bestem Wissen und Gewissen erstellt. Alle Informationen sind in rechtlicher Hinsicht ohne Gewähr und unter Haftungsausschluss.

Lizenzfreie Bilder

Eine kleine Übersicht, hatte ich erstmals in meiner Präsentation Content, Content, Content im Mai 2014 zusammengestellt und hier gibt es jetzt die erweiterte Liste. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels haben all diese Seiten Ihre Bilder gemeinfrei angeboten. Das bedeutet die Bilder können ohne Genehmigung, ohne Lizenzkosten und ohne Namensnennung genutzt werden. Trotzdem, das Social Web ist schnelllebig und die Bedingungen ändern sich, deswegen prüft vor der Verwendung noch einmal, ob dies so noch gilt, oder hole Dir eine schriftliche Einwilligungserklärung von dem Urheber.

Fotografen, die ihre Werke gemeinfrei anbieten

  • Picjumbo von Viktor Hanacek
  • Gratisography von Ryan McGuire – mein Favorit
  • Tinyography von Ryan McGuire (iPhone-Bilder, oft quadratisch)
  • Splitshire von Daniel Nanescu – einer meiner Favoriten
  • Jay Mantri – eine kleine aber feine Auswahl von Jay Mantri
  • Raumrot – Bilder von Markus Spiske unter einer CC-by Lizenz
Teddybär auf der Straße

Bild: Ryan McGuire

Dienste per E-Mail

DTS_Photography

Bild: Death to the Stockphoto

Kuratierte oder gewachsene Bildersammlungen

Bild: Daniel Nanescu

Retro-Bilderdatenbanken mit gemeinfreie Bilder aus öffentlichen Archiven

Animal-Animal-acting-human-Dogs-playing-cards

Bild: Vintage Printables C. M. Coolidge

Meta-Suchmaschinen für lizenzfreie Bilder

Praktisch, wenn ein Bild zu einem bestimmten Thema gesucht wird, denn die Suchmaschinen durchsuchen Archive von lizenzfreien Bildern. Doch für das Plus an Komfort ist hier auch ein mehr an Vorsicht angesagt: Wurde hier eines der Bilder unrechtmäßig hochgeladen und Sie haben dieses verwendet, so ist dies ebenfalls abmahnfähig. Gehen Sie also sehr bewusst mit dieser Art von Bildern um und fragen Sie im Zweifel beim Urheber nach, um auf Nummer sicher zu gehen. Einen sehr guten Artikel zu den rechtlichen Aspekten von Bildern hat Thomas Schwenke an dieser Stelle hier geschrieben.

http://tumblr.unsplash.com/post/92288438904/download-by-loudge

Bild: Loudge

Hilfreiche Tools für Infografiken

Eine weitere Art um Text aufzulockern ist die Darstellung von Sachverhalten in einer Infografik. Auch hier gibt es eine Reihe von Tools, die selbst Laien ermöglichen, ansehnliche Infografiken zu erstellen.

Fazit

Mit dieser Menge an Quellen und Ideen für gute Motive, gibt es meiner Meinung nach keine Ausrede mehr, Beiträge ohne entsprechende Visualisierung online zu stellen. Ich werde diese Liste kontinuierlich erweitern, und freue mich über jegliches Feedback!

Plädoyer für eine unabhängige Social-Media-Abteilung

Plädoyer für eine unabhängige Social-Media-Abteilung

Eine zentralisierte Organisation, die eine bestehende Abteilung als »Oberhaupt« des Social-Media-Engagements hat, ist in deutschen Unternehmen am häufigsten anzutreffen ist. Das bestätigen die Studienergebnisse des Bundesverbandes der deutschen Wirtschaft (BVDW) zum Thema »Einsatz von Social Media im Unternehmen«. Die Studie ergab einen deutlichen Schwerpunkt der Verantwortlichkeiten in den Abteilungen Marketing und PR mit Werten zwischen 59 % und 65 %, wie in der Grafik des BVDW zu sehen ist.

Social Media im Unternehmen

Der Anteil der Sonderformen, also die Aufhängung als Stabsstelle oder eigenständige Abteilung, liegt gerade einmal bei 9 % in der Planung und 11 % in der Durchführung. Aus meiner Sicht wäre eine Umkehrung dieses Verhältnisses vorteilhafter. Warum? Ein Thema, das in jeder meiner Sessions der »Social Media Manager Selbsthilfegruppe« auf Barcamps auftaucht, sind Schwierigkeiten mit der »Mutter«, also der Abteilung, zu der das jeweilige Social-Media-Team gehört. Die Kritikpunkte sind hier immer wieder die gleichen. Durch den Schwerpunkt der übergeordneten Abteilung werden Engagements außerhalb dieses Fokus niedrig priorisiert oder komplett blockiert. Mit dem Marketing gibt es öfter Auseinandersetzungen bezüglich übermäßiger Werbung, der PR dagegen fällt die Abgabe von Kontrolle über die Äußerungen von einem offiziellen Unternehmensaccount oftmals schwer. Durch die Kontrolle und Richtungsvorgabe der Abteilung werden Potenziale geblockt und Chancen verschenkt.

Zusätzlich zu der Abhängigkeit und Richtungsvorgabe durch die übergeordnete Abteilung, sprechen weitere Punkte für eine unabhängige Social-Media-Abteilung:

1        Symbolwirkung: Eine spezielle Abteilung für das Thema Social Media verleiht dem Engagement gleich eine ganz andere Bedeutung. Die Investition und damit einhergehende Rückendeckung durch die Geschäftsführung haben hier eine starke Symbolwirkung.

2        Durchsetzungskraft: Mit der Symbolwirkung geht eine gesteigerte Durchsetzungskraft einher. Social Media wird als wichtiges Thema respektiert. Die Social-Media-Abteilung wird als Partner für die eigenen Belange und nicht als Konkurrent wahrgenommen. Dies ist einer der wichtigsten Faktoren, um Social Media wirklich in das Unternehmen integrieren zu können.

3        Neutralität im interdisziplinären Team: Ein interdisziplinäres Team, das durch eine bestimmte Abteilung geleitet wird, rutscht schnell in den Verdacht oder die akute Situation, Entscheidungen zu Gunsten eben jener Abteilung zu treffen. Eine eigenständige Abteilung bringt hier die notwendige Neutralität mit hinein. Darüber hinaus wird so gewährleistet, dass alle Themen gleichberechtigt behandelt werden.

4        Eigenverantwortung: Ein eigenverantwortlich geführtes Engagement erfordert ein komplett anderes Agieren als ein kleiner, fremdbestimmter Teil einer Abteilung. Diese Verantwortung bringt oftmals eine ganz besondere Aufbruchsstimmung und Motivation mit sich, eine Stimmung, die Sie für die tägliche Arbeit benötigen.

5        Erweiterung der Möglichkeiten: Ich habe schon oft miterlebt, wie Social-Media-Kampagnen, die frei von klassischem Denken entwickelt wurden und komplett neue Wege gehen, aus Angst von übergeordneten Abteilungen gestoppt wurden. Eine unabhängige Abteilung hat hier die Chance, derartige Ideen in Eigenverantwortung durchzuführen.

6        Relevante KPIs: Ebenfalls ein weit verbreitetes Phänomen in diesem Zusammenhang ist das Festhalten an altbewährten KPIs wie Fanzahlen und Klicks auf die Webseite. Es ist erfahrungs­gemäß einfacher, neuartige und damit relevantere Kennzahlen einzuführen, wenn die Abteilung unabhängig ist.

Wie das Thema Social Media letztendlich in Ihrem Unternehmen organisiert wird, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Neben der Größe des Unternehmens spielen hier das Budget und das Verständnis für die Bedeutung eines Social-Media-Engagements für das Unternehmen selbst eine große Rolle. Wenn Sie bei der Ausrichtung ein Mitspracherecht haben, wissen Sie jetzt, welche Argumente Sie für eine zentrale Abteilung oder Stabstelle anbringen können. Wenn Sie sich in einem Unternehmen mit einem bereits etablierten Engagement vorstellen, sollten Sie auf jeden Fall nach der Organisationsstruktur fragen, damit Sie wissen, worauf Sie sich einlassen.

Interessante MOOCs für Social Media Manager

Interessante MOOCs für Social Media Manager

Mooc der Social Media Manager

MOOCs – also Massive Open Online Courses, sind ein Online Lernformat, mit theoretisch unbegrenzten Teilnehmern. Diese E-Learning Plattformen sind meiner Meinung nach eine wunderbare Gelegenheit, um sein Wissen aufzufrischen, zu erweitern und mal über den Tellerrand zu schauen. Du kannst hier ganz einfach neben Beruf oder Studium Universitätskurse aus der ganzen Welt besuchen und Dich bequem auf dem Sofa weiterbilden. Die meisten Kurse sind kostenfrei und werden von renommierten Dozenten gehalten. Dazu gibt es spezielle Lerngruppen, in denen Du Dich zu den Kursen mit Studenten aus der ganzen Welt austauschen kannst. Praktisch ist, dass viele Kurse bei erfolgreichem Abschluss sogar ein Zertifikat ausgeben, dass sich für die berufliche Laufbahn einsetzen lässt.

Im letzten Jahr ist das Angebot an Kursen buchstäblich explodiert und ich habe Euch hier eine Auswahl mit besonders interessanten Kursen für Social Media Manager zusammengestellt. Du findest hier jeweils den Namen zum Kurs inklusive Link, die Sprache (EN = Englisch, DE = Deutsch), die Universität, das Startdatum des nächsten Kurses (Du kannst auch im laufenden Betrieb starten), den Namen der MOOC Plattform, sowie eine Kurzbeschreibung des Kurses. Im Anschluss folgt noch eine generelle Übersicht von MOOC Plattformen im Netz.

Interessante Kurse für Social Media Manager

Marketing & Kommunikation im weitesten Sinne

  • Introduction to Communication Science – EN – University of Amsterdam – 02.07.2014 – Coursera
    Eine Einführung in die Kommunikationswissenschaften und die Grundlagen menschlicher Kommunikation
  • Introduction to Marketing – EN – University of Pennsylvania – 21.04.2014 – Coursera
    Der perfekte Kurs um sich die Grundlagen des Marketings anzueigenen oder diese aufzufrischen
  • Grundlagen des Marketings – DE – Fachhochschule Lübeck – 06.05.2014 – iversity
    Ebenfalls ein sehr guter Kurs für die Grundlagen im Marketing, diesmal sogar auf Deutsch
  • The future of storytelling –  EN – Fachhochschule Postdam – tba – iversity
    Storytelling, wie spannende Geschichten erzählt werden, kann man in diesem Kurs lernen
  • The Olympic Games and the Media – EN – Universitat Autònoma de Barcelona – 02.06.2014 – Coursera
    Wechselwirkungen zwischen Olympischen Spielen und den Medien inklusive der Sozialen Medien
  • Understanding Media by Understanding Google – EN – Northwestern University – 26.05.2014 – Coursera
    Dieser Kurs hilft zu verstehen wie Unternehmen wie Google agieren und dabei diese Methoden in die eigene Kommunikation zu integrieren

BWL & Organisation

  • Einführung in die Betriebswirtschaftslehre -DE – RWTH Aachen – 04.05.2014 – iversity
    Wie funktionieren Unternehmen und wie kann ich wirtschaftliches Wissen im Alltag nutzen? Diese und weitere Fragen beantwortet dieser Kurs
  • Business Process Management – DE – Universität des Saarlandes – fortlaufend – opencourseworld
    Prozesse im Unternehmen erschaffen, verändern und managen inklusive der Analyse und Auswertung der Anforderungen

Daten, Technologie, Bytes & mehr

  • Gamification – EN – University of Pennsylvania – tba – Coursera
    Ein sehr guter Kurs zu den Grundlagen und Anwendungszenarien von Gamification, meine persönliche Empfehlung
  • Networks: Friends, Money, and Bytes – EN – Princeton University – 03.03.2014 – Coursera
    Dieser Kurs beantwortet 20 Fragen rund um das Internet und Mobile und wie Firmen wie Apple, Google, Facebook und Co funktionieren
  • Design Thinking – EN – MHMK Macromedia University for Media and Communication – 14.04.2014 –  iversity
    Design Thinking hilft dabei den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und die eigene Innovationsfähigkeit zu erhöhen
  • Web Intelligence and Big Data – EN – Indian Institute of Technology Delhi – 20.04.2014 – Coursera
    Eine sehr technische Vorlesung zum Thema Web Intelligence und Big Data, die sowohl die Theorie als auch die Programmierung erklärt
  • Internet History, Technology, and Security – EN -University of Michigan – 02.06.2014 – Coursera
    Die Geschichte und Funktionsweise des Internets und wie wir uns sicher darin bewegen können
  • Informatik für Ökonomen – DE – Universität Zürich – tba – Coursera
    Ein Crashkurs in Informatik, der nicht nur Ökonomen hilft zu verstehen, welche Bedeutung Computer und andere Technologien haben
  • Intro to Statistics – EN – Stanford University – fortlaufen – Udacity
    Eine Einführung in die Statistik, die die Grundlage dafür liefert aus Daten sinnvolle Informationen zu ziehen und zu visualisieren

Psychologie

  • Introduction to Psychology – EN – University of Toronto – 06.05.2013 – Coursera
    Die Grundlagen der Psychologie, die Dir Zugang zu menschlichem Verhalten und Gedankengängen verschaffen
  • Social Psychology – EN – Wesleyan University – 14.07.2014 – Coursera
    Warum Menschen sich verhalten, wie sie sich verhalten. Ein Blick in das soziale Miteinander auf Basis neuster Forschungsergebnisse
  • A Beginner’s Guide to Irrational Behavior – EN – Duke University – 11.03.2014 – Coursera
    Die Grundlagen von irrationalem Verhalten, die dabei helfen andere Menschen und sich selbst besser zu verstehen
  • The Science of Everyday Thinking – EN – University of Queensland – 02.03.2014 – edX
    Dieser Kurs hilft dabei besser zu denken, besser zu argumentieren und bessere Entscheidungen zu treffen

Persönliche Fähigkeiten

 Kompakte Übersicht der Plattformen

Sehr praktisch sind hier auch MOOC Suchmaschinen wie zum Beispiel mooctivity

Habe  ich einen Kurs vergessen oder eine Plattform übersehen? Dann freue ich mich sehr über Feedback in den Kommentaren.

 

Von Betriebsrat bis zur Rechtsabteilung, Abstimmung der Social Media Guidelines.

Von Betriebsrat bis zur Rechtsabteilung, Abstimmung der Social Media Guidelines.

Oftmals ist die Entwicklung eines Vorschlages für Social Media Guidelines in wenigen Tagen erledigt, der folgende Abstimmungsprozess kann dafür mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Um das zu veranschaulichen, skizziere ich Ihnen hier einmal einen derartigen Verlauf.

  • Tag 1: Der Entwurf geht zur Sprachlichen Verfeinerung an die Unternehmenskommunikation. Gleichzeitig startet die Recherche nach dem richtigen Ansprechpartner in der Rechtsabteilung.
  • Tag 3: Ein sprachlich perfekter Entwurf geht zurück, diese Version 2 wird direkt an die Rechtsabteilung zur Prüfung weitergeleitet.
  • Tag 4: Das Dokument kommt mit ein paar kleineren Anmerkungen zurück, die innerhalb der nächsten Stunden eingearbeitet werden. Version 3 geht an die Rechtsabteilung zurück. Parallel stelle ich eine Anfrage an die Assistentin der Geschäftsführung bezüglich möglicher Termine für eine Vorstellung der ausgearbeiteten Guidelines.
  • Tag 5: Die Freigabe aus der Rechtabteilung für Version 3 erfolgt. Terminvorschläge für ein Meeting mit der Geschäftsleitung liegen vor, ich wünsche mir den frühst möglichen Termin Ende der nächsten Woche.
  • Tag 12: Präsentation vor der Geschäftsführung. Dabei entstehen noch ein paar Änderungswünsche, die ich noch vor dem Wochenende einarbeite und mit der Bitte zur Freigabe an die Geschäftsführung schicke. Parallel geht die neue Version 4 auch an die Rechtsabteilung und eine Anfrage für einen Termin mit dem Betriebsrat geht raus.
  • Tag 15: Sowohl die Geschäftsführung als auch die Rechtabteilung geben Ihr ok, Version 4 wird also direkt weiter in die Unternehmenskommunikation geschickt. Der Betriebsrat bietet einen Termin in zwei Tagen an.
  • Tag 16: Auf Basis der durch die Unternehmenskommunikation perfektionierten Version 5 bereite ich mich auf das Meeting mit dem Betriebsrat vor
  • Tag 17: Nach zwei Stunden Diskussion mit dem Betriebsrat und ein paar Änderungen für manche Formulierungen, entwerfe ich Version 6 und schicke diese an Rechtsabteilung sowie den Betriebsrat.
  • Tag 18: Freigabe erfolgt durch beide Seiten. Vereinbarung eines Meetings mit dem Marketing und der Unternehmenskommunikation, um die Gestaltung der Guidelines zu besprechen.
Social Media Guidelines

Abbildung 1.23: Viele Versionen liegen auf dem Weg zu Social Media Guidelines

  • Tag 22: Layout, Gestaltung und Umfang wird besprochen. Die Unternehmenskommunikation übernimmt die Aufgabe ein Grußwort des Geschäftsführers zu verfassen und mit diesem Abzustimmen. Die Veröffentlichung im PDF Format und als kleines Heftchen, sowie eine HTML Version im Intranet wird festgelegt.
  • Tag 25: Der erste Entwurf aus dem Marketing und damit Version 7 liegt vor und geht mit ein paar Änderungsvorschlägen zurück. In der Personalabteilung wird die Beilage der Social Media Guidelines im Einarbeitungsordner angeregt.
  • Tag 26: Grußwort des Geschäftsführers ist fertig und wird für Version 9 an das Marketing gesandt, die fast zeitgleich die überarbeitete Version 8 zugesandt hat.
  • Tag 27: Version 9 gefällt allen Beteiligten und wird an die Geschäftsführung gesandt.
  • Tag 29: Geschäftsführung wünscht sich noch ein paar Änderungen, die direkt an das Marketing weitergeleitet werden.
  • Tag 32: Der Grafiker ist krank und wird erst in der nächsten Woche wieder da sein.
  • Tag 42: Aktualisierte Version 10 geht an die Geschäftsführung.
  • Tag 44: Finale Freigabe der Geschäftsführung, endlich ist es geschafft. 

Der hier skizzierte Prozess stellt meinen Erfahrungen nach ein etwaiges Mittel dar, denn ich kenne sowohl Beispiele, die schneller oder noch deutlich langwieriger waren. Sie sollten Sich auf eine Reihe von Versionen einstellen (siehe Abbildung 1.23) und die geplante Veröffentlichung nicht zu nah in die Zukunft legen.

Die Geschichte der Social Networks

Die Geschichte der Social Networks

Um ein Gefühl dafür zu bekommen, was Sie heute an Plattformen vor sich haben und welche Entwicklungen theoretisch noch Möglich sind, lohnt es sich einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Die Entwicklung von Social Media wäre ohne die darunter liegenden Sozialen Netzwerke nicht möglich gewesen. Deswegen ist es spannend zu sehen, wie diese Evolution der Plattformen vonstatten ging. Sie werden vielleicht überrascht sein, wie lange so manche Formen der modernen Möglichkeiten schon existieren.

Die frühen Anfänge – Geocities, Six Degrees und Blogger

Als so was wie der Vorläufer von sozialen Netzwerken ging 1994 Geocities an den Start. Die Seite ermöglichte Internetnutzern Ihre eigene Homepage in einer virtuellen Stadt anzulegen und verfügte über Community Features wie Chats und Foren. Geocities war in 1999 die am dritt häufigsten besuchte Seite im World Wide Web, was zu einer Übernahmen durch Yahoo führte. In 2009 stellte Yahoo die Seite, bis auf die Japanische Version, ein. Das Internet Archive ermöglicht Ihnen jedoch unter http://archive.org/web/geocities.php einen Rückblick in die ersten Schritte von Social Media.

In 1997 öffnete das erste soziale Netzwerk, in der Form wie Sie es heute kennen – SixDegrees (siehe Abbildung 1.2). Es wurde in 1997 eröffnet und brachte es seinerzeit auf 1.000.000 Nutzer. Nach einem Verkauf der Seite in 2000 wurde SixDegrees 2001 für die Öffentlichkeit geschlossen.

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Abbildung 1.2: Die Startseite von SixDegrees

In 1999 startete die ersten beiden Blogging Plattformen LiveJournal (http://livejournal.com) und  Blogger (http://blogger.com). Letztere wurde in 2003 von Google gekauft. A pro pos Google, der Suchmaschinengigant starte gerade einmal zwei Jahre vorher in 1997.

In 2000 platzte die sogenannte Dot-Com-Bubble (Dotcom Blase) und führte zu einem Einsturz an der Börse, sowie in das Vertrauen in InternetGeschäftsmodellen.[1]

Nach der .com Bubble –  Wikipedia, Friendster und MySpace

Die Online Enzyklopädie Wikipedia, startete in 2001. Bereits innerhalb des ersten Jahres konnten Artikel in 18 Sprachen bearbeitet werden.

In 2002 wurde das Social Network Friendster gegründet (http://friendster.com) und schaffte es innerhalb von drei Monaten auf drei Millionen Nutzer. Für damalige Zeiten und gerade einmal 70 Millionen Computern, die Zugang zum Internet boten, ein Rekord. Bis April 2004 konnte sich Friendster als das größte soziale Netzwerk der Welt behaupten, doch durch immer stärke werdende Probleme mit der Stabilität der Webseite, kehrten immer mehr Nutzer Friendster den Rücken zu. MySpace (http://myspace.com), das von Friendster inspiriert in nur 10 Tagen programmiert wurde, empfing diese Nutzer mit offenen Armen. Der Friendster Gründers Jonathan Abrams sagte der Los Angeles Times in 2009 rückblickend dazu

MySpace was basically saying, ‚Hey, we copied it. And our site works. So, use us instead,‘[2]

Bereits im März 2004 überholte MySpace Friendster im Hinblick auf die Seitenabrufe und erreichte im August 2006 stolze 100 Millionen Nutzer. Der Schwerpunkt von MySpace war von Beginn an Musik, da der Gründer, Tom Anderson, seine Kontakte in die Musikszene dazu nutzte Künstler und Bands auf die Plattform zu bringen. Darüber hinaus galt MySpace als bunter und hipper als Friendster. Im Vergleich zu heutigen Zeiten sahen die Startseiten von beiden Netzwerken eher schlicht aus (siehe Abbildung 1.3).

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Abbildung 1.3: Startseiten von MySpace (oben) und Friendster (unten)

Friendster repositionierte sich in 2011 als SocialGamingSeite, MySpace bekam, unter der Führung von Sänger Justin Timberlake, in 2013 einen kompletten Neuanstrich.

Mit dem Fokus auf Geschäftskontakte starteten in 2003 die amerikanische Seite LinkedIn (http://linkedin.com) und wenig Monate später auch das deutsche XING ( http://xing.com damals unter dem Namen OpenBC). Beide Netzwerke entwickelten sich über die Jahre zu den Lieblingsplattformen für die Personalsuche und SocialMediaAktivitäten im B2B Umfeld.

Und noch ein bekannter Dienst hat seine Wurzeln in 2003, Del.icio.us, der Vorreiter in Sachen Social Bookmarking.

Was ist Social Bookmarking?

Als Social Bookmarking, werden Internet-Lesezeichen genannt, die gemeinschaftlich von mehreren Nutzern erstellt und genutzt werden.

Der Boom Facebook, Youtube, Twitter und Co

In den folgenden Jahren ging es Schlag auf Schlag weiter. 2004 war das Geburtsjahr von Facebook sowie des Fotodienstes Flickr, der knapp ein Jahr später von Yahoo gekauft wurde. Die Geschichte von Facebook werde ich Ihnen im Abschnitt 1.3.1 noch genauer darlegen.

StudiVZ wurde als erstes Netzwerk der VZ Gruppe in 2005 gegründet und schaffte es bis Mai 2009 im Deutschen Markt das Netzwerk Nummer Eins zu bleiben. Überholt wurde es, wie sollte es anders sein, von Facebook. Den rasanten Abstieg von StudiVZ, auf Basis der Seitenbesuche, haben die Betreiber der Seite http://wannstirbtstudivz.net/ visualisiert (siehe Abbildung 1.4). Konnte die Seite im Mai 2010 noch mehr als 450.000.000 Besuche verzeichnen, so liegt diese Zahl im Januar 2013 schon unter 20.000.000.

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Abbildung 1.4: Anzahl der Besucher(Visits) pro Monat auf StudiVZ Quelle: http://wannstirbtstudivz.net/

Da der damalige VZ-Chef Clemens Riedel 2011 in einem Interview mit netzwertig.com selbst sagte, Alle unsere Nutzer sind bei Facebook“, bin ich angesichts dieses Umstandes, in Kombination mit denen im Vergleich verschwindend geringen Besuchszahlen, in meinem Buch nicht ausführlich auf die VZ-Netzwerke eingegangen.

Youtube (http://youtube.com) wurde in 2005 von drei ehemaligen Paypal Mitarbeitern gegründet und entwickelte sich in den folgenden Jahren zu der erfolgreichsten Videoplattform weltweit. Google erkannte dieses Potenzial sehr früh und akquirierte Youtube in 2006.

Twitter startete in 2006 und läutete mit der Limitierung von Tweets auf 140 Zeichen die Ära des Microbloggings ein. Twitter gewann in 2007 den Award in der Kategorie Blogs auf der größten Internetkonferenz in den USA, der South by Southwest (SXSW).

Das erste iPhone von Apple erschien in 2007 und markierte mit seiner Multitouch-Oberfläche einen Wandel in der Bedienung von Smartphones von der Tastatur zum Touchscreen.

Im gleichen Jahr startete auch der Blogging-Dienst Tumblr, der im Mai 2013 von Yahoo gekauft wurde. Interessant in 2007 ist noch das fruchtlose Angebot von Google, Facebook für 15 Milliarden zu kaufen.

2009 bringt Microsoft seine Suchmaschine Bing an den Markt, um in den Wettbewerb mit dem Marktführer Google zu treten. Über die Jahre schloss Bing Kooperationen mit Yahoo, Facebook und dem chinesischen Suchmaschinen Marktführer Baidu.

Foursquare, veröffentlichte seine App im gleichen Jahr auf besagter South by Southwest Internet Konferenz und war von Beginn an ein Erfolg. So erfolgreich, das manche Nutzer die Sicherheitsrisiken, die mit dem öffentlichen Teilen  des eigenen Standpunktes einhergehen, vergaßen. Um auf diese Risiken aufmerksam zu machen, startete http://pleaserobme.com/ und ermöglichte jedermann sich alle Check-ins zu einer Stadt anzeigen zu lassen, die öffentlich auf Twitter geteilt wurden (siehe Abbildung 1.5).

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Abbildung 1.5: Please rob my zeigt an, wer wo eincheckt

Heute erlaubt diese Seite nur noch einzelne Twitter Accounts auf Check-ins auf Foursquare zu prüfen.

Das Oxford Dictionary kürt ebenfalls in 2009 „unfriend“, also einem Facebook-Freund die Freundschaft zu kündigen, zum Wort des Jahres.

Der SocialImageBookmarkingDienst Pinterest debütierte in 2010, ebenso das Foto-Netzwerk Instagram, welches zunächst exklusiv auf iOS lief und erst in 2012 eine Version für Android veröffentlichte. Instagram wurde in 2012 von Facebook gekauft.

2011 startet Google sein eigenes Social Network Google+ und erreicht innerhalb von etwas mehr als zwei Wochen bereits eine Nutzerschaft von mehr als zehn Millionen Menschen.

Status Quo – Kampf der Giganten

Facebook Anfang 2014 mehr als einer Milliarde Nutzer, Google+ und Twitter jeweils mehr als 500 Millionen und LinkedIn über 200 Millionen Nutzern. Angesichts dieser beeindruckenden Zahlen kommt durchaus die Frage auf, ob in diesem Kampf der Giganten, ein neues Netzwerk überhaupt noch eine Chance hat. Das die Antwort hier Ja lautet, zeigt nicht nur die Historie, sondern auch Erfolgsgeschichten, wie die von Instagram, welches heute auch schon mehr als 100 Millionen Nutzer hat. Das Zauberwort lautet hier Nische, bedeutet sich auf eine Sache zu spezialisieren und darin richtig gut sein.

Dennoch, heute steht Facebook an der Spitze der sozialen Netzwerke in Deutschland und das sowohl in Hinsicht auf die Nutzerzahlen, als auch auf die Besucher pro Monat. Dies veranschaulicht die Grafik von Mathias Brandt (siehe Abbildung 1.6), die auf der Statistik Plattform Statista veröffentlicht wurde.

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Abbildung 1.6: Besucher sozialer Netzwerke in Deutschland Quelle: Statista

Die Zahlen für März 2013, zeigen, dass Facebook mit 39,2 Millionen Besuchern, weit vor Google+ und XING mit 6,7 und respektive 5,2 Millionen liegt. Hinter Twitter mit 3,7 Millionen zeigen sich ein paar Überraschungen. So rangiert zum Beispiel das russische Netzwerk Odnoklassniki (http://www.odnoklassniki.ru/ ) noch in den Top 10 und das in 2010 gegründete, lettische Frage und Antwort Netzwerk ask.fm, liegt noch vor den deutschen Wettbewerbern wer-weiß-was und gutefrage.net.

Schauen Sie sich die Entwicklung der Netzwerke genau an, es bleibt spannend, wie diese in den nächsten Jahren weiter geht.

Tipp: Die Weltkarte der sozialen Netzwerke

Der Social Media Analyst Vincenzo Cosenza analysiert seit 2009 die beliebtesten Sozialen Netzwerke weltweit und fasst seine Ergebnisse in einer Weltkarte zusammen. Die aktuelle Version finden Sie jeweils unter http://vincos.it/world-map-of-social-networks/.

 


[1] Weitere Informationen dazu unter http://de.wikipedia.org/wiki/Dotcom-Blase

Möglichkeit und Nutzen der Pinterest Place Pins

Möglichkeit und Nutzen der Pinterest Place Pins

Die visuelle Social-Bookmarking Plattform Pinterest hat in der vergangenen Woche die “Place Pins” eingeführt. Place Pins ermöglicht Ihnen Pins mit einem Ort auf einer Karte zu verknüpfen. Place Pins enthalten also neben den Pinterest-typischen Funktionen wie Bild, Video, Überschrift, Beschreibungstext und Quelleninformation, die Adresse und Geoinformationen, sowie wenn vorhanden, sogar die Telefonnummer des Ortes. Mehrere Pins können dabei auf einem “Placeboard” (siehe Bild) gesammelt und dargestellt werden. Sie können die Karten sowohl individuell, als auch kollaborativ mit mehreren Personen bearbeiten. Darüber hinaus sind die Karten auch mobil abrufbar.

 

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Basics – Was ist Pinterest?

Pinterest, ein Wortspiel aus Pinboard (Pinnwand) und Interest (Interesse), ist ein visueller Social Bookmarking Dienst, auf dem die Nutzer Bilder mit einer kurzen Beschreibung (Pins), auf virtuellen Pinnwänden (Boards) festhalten können. Mit Hilfe einer kleinen Browser Erweiterung kann so jedes beliebige Bild aus dem Internet in das passende Album abgelegt werden. Als angemeldeter Nutzer können Sie anderen Mitliedern folgen und bekommen dann auf der Startseite deren Pins angezeigt. Jeder dieser fremden Pins kann geliked und in die eigenen Boards weitergepinnt werden. Im Unterschied zu Instagram geht es bei Pinterest nicht primär um selbstgemachte Fotos, sondern um interessante Bilder, die die Nutzer sammeln und mit der Community teilen.

Welchen Nutzen haben Unternehmen von den neuen Place Pins?

Diese neue Funktion eröffnet eine Reihe von Möglichkeiten, die insbesondere für die Reisebranche und Ladenketten interessant sind. Ein paar Ideen für die Nutzung wären hier:

  • Darstellung aller Hotels auf einer Karte, mit Empfehlungen für die Freizeitgestaltung um die Hotels herum
  • Interaktiver Reiseführer mit allen Sehenswürdigkeiten
  • Liste der besten Restaurants / Bars / Läden / Friseure etc.
  • Darstellung aller Filialen inklusive der am nähesten gelegenen Bus- oder Bahnstation
  • Liste aller Ladengeschäfte, die das eigene Produkt führen

Eine sehr gelungene Übersicht von Beispielen bietet Pinterest selbst in dem zugehörigen Blogbeitrag zur Veröffentlichung an. Schauen Sie sich unbedingt in den Boards um und lassen Sie sich davon inspirieren.

So erstellen Sie Ihr eigenes Placeboard.

Ein Placeboard ist im Endeffekt nur eine Variante eines “normalen Boards”. Entsprechend müssen Sie in diesem Prozess nur “Add a Map” auswählen und schon haben Sie eine Karte. Alternativ können Sie auch ein bestehendes Board um eine Karte ergänzen, indem Sie diese in den Einstellungen hinzufügen.

Fazit

Pinterest bietet mit den Place Pins eine Reihe von interessanten neuen Möglichkeiten für Unternehmen, die Bandbreite der kreativen Ideen werden wir hier in der nächsten Zeit erleben. Interessant ist an dieser Stelle die Frage, ob sich zukünftig auch Bewertungen in die Place Pins integrieren lassen.